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Unterrichtsidee

So war ich – so bin ich – so könnte ich mal sein

Schnuppern an Virtual Reality: eine 3D-visualisierte Standortbestimmung

Beschreibung

Die Schülerinnen und Schüler gestalten zeichnend und fotografierend virtuelle Bilder-Welten, welche sich anschliessend mit Hilfe einer VR-Brille erkunden lassen. Sie blicken zurück auf ihren Start im Kindergarten und visualisieren, was sie in diesem Alter auszeichnete; sie gestalten Bilder für ihre gegenwärtige «Welt» und / oder setzen sich mit ihrer (Wunsch-?) Zukunft auseinander.

Aus den entstandenen Bild-Collagen bauen sie mit Hilfe des Webtools stories360.org eine 3D-Welt und tauchen mit Hilfe der selbstgebauten VR-Brille in diese Umgebungen ein. Das Handy wird in die VR-Brille eingeschoben und dient als Display und Bewegungs-Sensor. Die Linsen der Brille vergrössern das Bild und verschieben es leicht, so dass ein 3D-Effekt entsteht. Gleichzeitig erfassen die Sensoren die Kopfbewegungen und übersetzen diese für die Blickrichtung in der virtuellen Welt: Schaut man nach oben, folgt das Bild nach oben, schaut man nach links, folgt das Bild nach links usw. So entsteht die Illusion, mittendrin zu sein. Verschiedene Apps, darunter Google Steet View, ermöglichen auf diese Weise das virtuelle Begehen eines Ortes, Museums etc. 

Mit dem Gestalten einer eigenen Umgebung, die Bezug zur persönlichen Lebenswelt hat, eignet sich diese Unterrichtseinheit sehr gut für die Zeit vor einem Übergang, z.B. am Ende des Zyklus 2 oder 3. Selbstverständlich lässt sich die Idee der 3D-Visualisierung auch für viele andere Themen adaptieren.


Mögliche Aufgabenstellungen

Vorbereitung:

  • Als Vorarbeit kann die Unterrichtsidee «Grenzenlose Realitäten – AR und VR kennen lernen» durchgeführt werden. Hier werden die Kinder und Jugendlichen vertraut mit den Begriffen «Augmented Reality» und «Virtual Reality» und bekommen erste Anwendungsideen aus ihrem Alltag.
  • Basteln der eigenen VR-Brille (Bezugsquellen und Anleitungen siehe Material für den Unterricht).
  • Erstes Erkunden der Möglichkeiten mit Hilfe der App «Google Cardboard». Ist diese geöffnet und gestartet, lassen sich verschiedene virtuelle Welten begehen. Die Steuerung läuft dabei über das Bewegen des Kopfes. Die App ist mit «Google Expeditionen» verbunden, welche viele didaktisch aufbereitete Rundgänge bereithält.
  • Google Street View: Die Kinder setzen sich zu zweit zusammen. Jedes wählt in Google Street View einen Platz aus der eigenen Gemeinde aus. Anschliessend tauschen die Kinder die Brille, erkunden den vorgewählten Platz und zeigen anschliessend auf einem analogen Plan, wo sie sich mit Google Street View befunden haben.

Eine eigene virtuelle Welt gestalten

  • Je nach Alter der Schülerinnen und Schüler, Zeitpunkt der Aufgabe und zur Verfügung stehender Zeit ist zu entscheiden, worauf der Fokus der Aufgabenstellung gelegt wird: Rückblick, Aktuelles, Zukunftsvision – oder alle drei Aspekte.
  • Mit einem Brainstorming / Mindmap oder ähnlichen Formen sammeln die Schülerinnen und Schüler Stichworte zu den Lebensabschnitten, die mit der Aufgabe visualisiert werden sollen, vielleicht nach Themenkreisen gebündelt: Freizeit, Wohnen, Bewegung, Essen etc.
  • Einführung in das Tool stories360.org: Gemeinsam wird das Tutorial geschaut. Parallel dazu können zentrale Punkte oder zu klärende Elemente gesammelt werden, z.B. maximale Dateigrösse für Bilder: Was heisst das, wie wird das Datenvolumen von Bildern reduziert? Wie werden Bilder freigestellt? Wie Audiodateien erstellt?
  • Das Kreieren einer 3D-Welt aus stories360.org braucht ein Grund-Bild, in das weitere Bild-Elemente eingefügt werden können. Dazu braucht es entsprechende digitale Fotos, evtl. auch kurze Videosequenzen. Mit Hilfe von Musikapps können auch eigene Musikstücke erstellt werden. Weil die 3D-Welten anschliessend in einer öffentlich zugänglichen Cloud bereitgestellt werden, dürfen keine urheberrechtlich geschützten Bilder oder Musikstücke verwendet werden und bei der Wahl der Fotos sollte beachtet werden, dass die Privatsphäre geschützt bleibt. Pixabay bietet eine grosse Auswahl frei nutzbarer Bilder an.
  • Als einfachere Variante können die Schülerinnen und Schüler ihre «Welt» auch als analoge Collage erstellen. Diese wird fotografiert und anschliessend auf stories360.org hochgeladen (siehe Beispiel aus der HPS Olten).

Tipps:

  • Freistellen: App «Magic Eraser Background Editor» (iOS) bzw. «Magic Ereaser» (Google Play) für Tablets und Smartphones; Freistell-Funktion in Word:  «Bildtools» > «Format» > «Freistellen» .
  • Suche im Netz nach png-Format bringt Bilder mit transparentem Hintergrund.
  • Audiodateien: max. 30 Sekunden, damit die Datei nicht zu gross wird.
  • Gleich nach dem Eröffnen einer neuen Welt in stories360.org diese sichern, indem das generierte Datenblatt abgespeichert wird. Mit den QR-Codes / URL-Adressen auf diesen Datenblättern kann entweder an der Welt weitergearbeitet oder das Werk andern zum Betrachten freigegeben werden.
  • Die Welten können auch als «Story» aneinandergereiht werden, indem die URLs der einzelnen Welten eingefügt werden.
  • Kollaboratives Arbeiten: Über das Smartphone und die VR-Brille kann ein Schüler/eine Schülerin eine Welt anschauen, während der / die andere diese im Bearbeitungsmodus anpasst. So kann die Wirkung unmittelbar überprüft werden.
Mögliche Reflexionsfragen
  • Wo kommen virtuelle Welten und 3D-Brillen zum Einsatz?
  • Welche Elemente eurer 3D-Welten wirken gut, von welchen seid ihr eher enttäuscht?
  • Welche Vorgaben bezüglich Dateiformate und Dateigrössen gibt es bei stories360.org? Was bedeutet dies und was muss dementsprechend beachtet werden beim Erstellen der Bild- und Sounddateien?
  • Welche Bilder, Musikstücke etc. darf ich verwenden, wenn ich mein Werk anschliessend veröffentliche? Wo finde ich Musik und Bilder, die ich frei nutzen darf?
  • Was darf von mir ins Netz, was bleibt privat? Wie kann ich eine gute persönliche Geschichte erzählen und trotzdem sicherstellen, dass ich im Netz nicht zu viel von mir preisgebe?

Materialien für den Unterricht

  • Smartphone mit Internetzugang, Apps «Google Cardboard» und Google Street View installiert
  • VR-Cardboard-Brille

Materialien für die Unterrichtsvorbereitung

Weiterführende Ideen

Die entstandenen Werke eignen sich für Elternbesuchstage, Ausstellungen, etc!

    Beispiele

    Diese Unterrichtsidee wurde von Fabienne Senn mit einer 6. Klasse in Ueken und von Martina Friker mit Schülerinnen und Schülern einer Abschlussklasse am Heilpädagogischen Zentrum in Olten durchgeführt. In der hpsz-Klasse wurde der Auftrag leicht angepasst. So haben die Schülerinnen und Schüler ihre Wunschwelten zuerst als Collage auf Papier gestaltet, diese dann fotografiert und in stories360.org importiert.

    Lehrplan 21

    Medien und Informatik - 1.3
    Medien und Medienbeiträge produzieren: Die Schülerinnen und Schüler können Gedanken, Meinungen, Erfahrungen und Wissen in Medienbeiträge umsetzen und unter Einbezug der Gesetze, Regeln und Wertesysteme auch veröffentlichen.
    Gestalten - BG.1.A.1
    Die Schülerinnen und Schüler können bildhaft anschauliche Vorstellungen aufbauen, weiterentwickeln und darüber diskutieren.
    Berufliche Orientierung - 1.1
    Die Schülerinnen und Schüler können ihr Persönlichkeitsprofil beschreiben und nutzen.
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