Beschreibung
Ausgangspunkt ist eine bereits erarbeitete Collage zu einem gewählten Thema – z. B. zu einem Hobby, einem speziellen Interessensgebiet oder als Visionboard zum Einstieg in ein neues Schuljahr. Die Collage dient als visuelle Vorlage, an der sich das Beschreiben und Prompten üben lässt: Was ist zu sehen? Wie sind die Elemente angeordnet? Welche Farben, Formen, Grössen, Stile und Stimmungen prägen das Bild? Damit wird deutlich, dass der gezielte Umgang mit bildgenerierender KI wesentlich davon abhängt, die Anforderungen an ein Bild bewusst und differenziert zu formulieren
Die Schüler*innensetzen sich mit den sprachlichen Anforderungen von Bildbeschreibungen und Prompts auseinander und erfahren, wie Wortwahl, Struktur und Genauigkeit die Arbeit mit einer Bild-KI beeinflussen. Die KI wird dabei als kreatives Werkzeug verstanden, dem klare Aufträge gegeben werden müssen, ohne dass sich das Ergebnis vollständig steuern lässt.
Collage, Prompt und KI-generiertes Bild stehen am Ende als unterschiedliche Ausdrucksformen nebeneinander. Im Vergleich wird sichtbar, was die KI aus den sprachlichen Vorgaben gemacht, ergänzt oder anders interpretiert hat. Die Schüler*innen prüfen kritisch, ob sie hinter dem generierten Ergebnis stehen können. Gleichzeitig reflektieren sie einen bewussten Umgang mit KI, etwa im Hinblick auf persönliche Daten, Urheberrecht und den verantwortungsvollen Einsatz von Ressourcen.
- Mögliche Aufgabenstellungen
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Voraussetzung: Collage
Die Schüler*innen haben bereits eine persönliche, analoge Collage mit Bildern, Wörtern, Textausschnitten und weiteren Elementen gestaltet.
(Randnotiz: Vielleicht haben die Schüler*innen einen oder zwei Songs, bei denen sie sich richtig wohlfühlen, zu einer gemeinsamen Playlist beigesteuert, welche die kreative Arbeit im Hintergrund begleitet hat).
Anhand eines Beispielprompts kann sichtbar gemacht werden, dass eine Bild-KI aus sprachlichen Vorgaben ein neues Bild erzeugt, dabei aber nicht alle gestalterischen Entscheidungen gesteuert werden können. Dazu kann derselbe Prompt beispielsweise von mehreren Gruppen in denselben oder in unterschiedliche KI-Bildgeneratoren eingegeben werden. Gleichzeitig wird thematisiert, dass jede Bildgenerierung Ressourcen benötigt und deshalb ein bewusstes Vorgehen sinnvoll ist.
Möglicher Einstieg als Konfrontationsaufgabe: Wie komme ich zu einem guten KI-Bild?
In der Klasse wird ein Vorschlag für ein Bild gesucht und dieses dann mit einem einfachen Prompt («Erstelle ein Bild …) erstellt. Frage in die Runde: Ist es das, was ihr euch vorgestellt habt? Aufnehmen von Erfahrungen, Thematisieren von Steuerbarkeit, Ressourcenverbrauch etc.Vom Bild zur Ideensammlung
Die bereits gestaltete Collage dient nun als Übungsgegenstand. Die Schüler*innen betrachten ihr Bild genau und sammeln zunächst Stichworte dazu, ohne bereits einen fertigen Prompt zu formulieren.
Dazu kann ein weiteres, leeres Blatt im selben Format genutzt werden. Die Stichworte werden möglichst an den entsprechenden Stellen notiert und die Positionen präzise bezeichnet, beispielsweise: «Ecke oben rechts: Fussball im Stil der WM 2026, ungefähr ein Viertel so gross wie die Blatthöhe.» (siehe Materialien zur Unterrichtsvorbereitung)
Aus dem Bildbeschreibungs-Plan einen Prompt entwickeln
Die Schüler*innen formulieren ihre Beschreibung anschliessend digital. Eine vorbereitete Prompt-Vorlage unterstützt sie dabei, ihre Angaben zu ordnen und auszuformulieren. Sie wählen passende Formulierungsbausteine aus und ergänzen diese mit Informationen aus ihrem Bildbeschreibungsplan. Die digitale Form ermöglicht es, Textteile einfach zu verschieben, zu ergänzen, genauer zu formulieren oder zu streichen.
(Prompt-Vorlage siehe «Materialien für den Unterricht». Sie kann von der Lehrperson an die Voraussetzungen der eigenen Klasse angepasst werden.)Peer-Feedback: Versteht eine andere Person mein Bild?
Noch bevor eine KI zum Einsatz kommt, tauschen die Schüler*innen ihre Prompts aus – digital beispielsweise via Teams/OneDrive oder ausgedruckt auf Papier. Die Mitschüler*innen lesen die Beschreibung und versuchen, die dazugehörige Collage zu erkennen.
Im Text markieren sie beispielsweise farblich, resp. hinterlassen Kommentare und Vorschläge:- Stellen, die besonders klar und hilfreich sind
- Angaben, die fehlen
- Formulierungen, die nicht eindeutig sind
Anschliessend überarbeiten die Verfasser*innen ihren Prompt. Je nach Lerngruppe kann zusätzlich eine kurze Feedbackrunde durch die Lehrperson erfolgen.
Bild mit KI generieren
Erst nach dieser Überarbeitung wird der Prompt in eine bildgenerierende KI eingegeben. Dabei werden keine persönlichen Daten oder Informationen verwendet, die einen Rückschluss auf die Person zulassen.
Für einen bewussten Umgang mit Ressourcen wird die Zahl der Generierungen begrenzt. Eine weitere Bildgenerierung erfolgt nicht einfach auf Knopfdruck, sondern erst dann, wenn die Schüler*innen begründen können, welche Stelle ihres Prompts sie verändern möchten und warum.Collage – Prompt – KI-Bild vergleichen
Abschliessend werden Collage, Prompt und KI-generiertes Bild nebeneinandergestellt. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, welches Bild «besser» ist oder ob die KI die Collage möglichst exakt reproduziert hat. Die drei Darstellungen werden als unterschiedliche Ausdrucksformen betrachtet (Beobachtungsaufträge siehe «Materialien für die Unterrichtsvorbereitung»).Damit wird eine zentrale KI-Kompetenz sichtbar: Ein präziser Prompt kann die Bildgenerierung gezielt beeinflussen, gibt dem Menschen aber keine vollständige Kontrolle über das Ergebnis. KI-generierte Inhalte müssen deshalb immer kritisch geprüft und bewusst ausgewählt werden
- Mögliche Reflexionsfragen
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- Welche Bilder habt ihr schon mit KI erstellt? Wie zufrieden wart ihr damit?
- Welche Resultate habt ihr mit dem ausführlichen Prompt erreicht? Was war überraschend?
- Warum ist es sinnvoll, vor einer weiteren Bildgenerierung zuerst den Prompt zu prüfen und gezielt zu überarbeiten?
- In welchen anderen Situationen könnte mir dieses Wissen über Bildbeschreibungen und Prompten helfen?
Materialien für den Unterricht
- analog gestaltete Collage der Schüler*innen
- leeres Blatt im gleichen Format wie die Collage für die Ideensammlung / den Bildbeschreibungsplan
- Zugang zu einem geeigneten Bild-Generierungstool, idealerweise für den Bildungskontext optimiert (Schabi, Fobizz) oder mit anmeldefreiem Zugang (z. B. https://kibild-generator.de/)
Materialien für die Unterrichtsvorbereitung
Download-Material zum Anpassen auf die eigene Unterrichtssituation
- Fragestellungen «Vom Bild zur Ideensammlung»: Die Fragen dienen der Lehrperson als Auswahl und können je nach Voraussetzungen der Schüler*innen inhaltlich und in der Darbietungsform ausgewählt, angepasst und ergänzt werden.
- Wortschatz und Formulierungshilfen zur Bildbeschreibung: Sammlung für die Lehrperson zur Auswahl, Anpassung und Ergänzung entsprechend den Voraussetzungen der Lerngruppe.
- Prompt-Vorlagen für Bild-KI – drei Niveaus zur Differenzierung:
Die Vorlagen können je nach Lernvoraussetzungen ausgewählt, angepasst und kombiniert werden. Der Anspruch steigt dabei nicht durch die Länge des Prompts, sondern durch die zunehmende Fähigkeit, relevante Informationen gezielt auszuwählen und zu strukturieren. - «Collage – Prompt – KI-Bild vergleichen»:
Beobachtungsaufträge zur Auswahl und Anpassung durch die Lehrperson. Sie unterstützen den Vergleich von Collage, Prompt und KI-Bild sowie die Reflexion über Steuerbarkeit, Verantwortung und den bewussten Einsatz von KI.
Fachinformationen:
- Wie funktionieren KI-Bildgeneratoren?
Die Bundeszentrale für politische Bildung erklärt verständlich verschiedene Verfahren der Bildgenerierung, insbesondere Diffusionsmodelle, und zeigt auf, welche Angaben in Prompts relevant sind, beispielsweise Umgebung, Stil, Licht, Perspektive, Format und Anordnung der Elemente. - AI Literacy Framework / KI-Kompetenzrahmen
In dieser Unterrichtsidee werden insbesondere Kompetenzen aus den Bereichen «Mit KI interagieren» und «Mit KI gestalten» angesprochen: KI-Ergebnisse kritisch beurteilen, generative KI mit gezielten Prompts anweisen, Ergebnisse überarbeiten sowie Verantwortung und geistiges Eigentum reflektieren.
Weiterführende Ideen
Ein Visionboard mit KI erstellen
Das erarbeitete Wissen über Bildbeschreibungen und Prompten lässt sich auf eine neue, offenere Gestaltungssituation übertragen. Statt von einer bestehenden Collage auszugehen, entwickeln die Schüler*innen nun ihre visuellen Anforderungen an ein persönliches Visionboard, Dreamboard oder ActiobBoard.
Als Ausgangspunkt sammeln sie Wünsche, Ziele, Interessen oder Zukunftsvorstellungen und ordnen diese zunächst in einer Skizze oder einem einfachen Bildplan. Anschliessend passen sie ihr Wissen aus der Promptarbeit an die neue Situation an: Welche Elemente sollen vorkommen? Wie sollen sie angeordnet sein? Welche Farben, Stimmungen und Bildstile passen zur eigenen Vorstellung? Wo braucht es präzise Formulierungen, damit die KI die Idee möglichst passend umsetzt?
Der Transfer macht sichtbar, dass Prompten nicht nur für die Beschreibung eines bestehenden Bildes genutzt werden kann, sondern auch für die bewusste Gestaltung neuer Bildideen. Gleichzeitig bleibt die kritische Haltung zentral: Auch hier müssen KI-generierte Ergebnisse geprüft, ausgewählt und verantwortet werden.
Beispiele
Diese Unterrichtsidee wurde inspiriert durch Unterrichtsumsetzungen im Zyklus 2 am Heilpädagogischen Zentrum Olten von Ben Simon und Nicole Frischknecht und im Zyklus 3 von Béatrice Baumgartner an der Kreisschule Kelleramt.
Lehrplan 21
- Medien und Informatik - 1.3
- Medien und Medienbeiträge produzieren: Die Schülerinnen und Schüler können Gedanken, Meinungen, Erfahrungen und Wissen in Medienbeiträge umsetzen und unter Einbezug der Gesetze, Regeln und Wertesysteme auch veröffentlichen.
- Sprachen - D.4.A.1
- Die Schülerinnen und Schüler können in einer persönlichen Handschrift leserlich und geläufig schreiben und die Tastatur geläufig nutzen. Sie entwickeln eine ausreichende Schreibflüssigkeit, um genügend Kapazität für die höheren Schreibprozesse zu haben. Sie können ihren produktiven Wortschatz und Satzmuster aktivieren, um flüssig formulieren und schreiben zu können.
- Gestalten - BG.2.A.2
- Die Schülerinnen und Schüler können eigenständig bildnerische Prozesse alleine oder in Gruppen realisieren und ihre Bildsprache erweitern.
